Nützliches Wissen über Bienen und Honig
Der Begriff „Rohhonig“ begegnet Konsumentinnen und Konsumenten immer häufiger. Häufig entsteht dabei der Eindruck, Rohhonig sei eine besondere Honigart oder müsse sich grundsätzlich von gewöhnlichem Honig unterscheiden. Tatsächlich ist die Sache etwas komplizierter.
Was ist Rohhonig?
Für „Rohhonig“ gibt es im europäischen Honigrecht keine eigene standardisierte Honigkategorie. Der Begriff wird meist für Honig verwendet, der möglichst naturbelassen verarbeitet wurde und insbesondere nicht stark erhitzt wurde.
Viele Eigenschaften, die mit Rohhonig beworben werden, gehören allerdings ohnehin zu den rechtlichen Anforderungen an Honig. So dürfen Honig keine fremden Lebensmittelzutaten zugesetzt und honigeigene Bestandteile grundsätzlich nicht willkürlich entfernt werden. Außerdem darf Honig nicht so stark erhitzt worden sein, dass seine natürlichen Enzyme zerstört oder wesentlich inaktiviert werden.
Ist Honig vom Imker automatisch Rohhonig?
Die Herkunft direkt vom Imker sagt zunächst aus, wer den Honig erzeugt beziehungsweise vermarktet hat. Sie schafft aber keine eigene rechtliche Kategorie „Rohhonig“.
Wer wissen möchte, wie naturbelassen ein Honig verarbeitet wurde, sollte daher eher danach fragen, wie der Honig geerntet, gelagert und gegebenenfalls erwärmt wurde, anstatt sich ausschließlich an der Bezeichnung „Rohhonig“ zu orientieren.
Was ist der Unterschied zwischen Rohhonig und normalem Honig?
Da „Rohhonig“ keine eigenständig definierte Honigsorte ist, gibt es auch keine allgemeingültige Grenze zwischen Rohhonig und „normalem“ Honig. Entscheidend sind vielmehr die tatsächlichen Verarbeitungsschritte.
Ein qualitativ hochwertiger, schonend behandelter Honig kann daher genau jene Eigenschaften besitzen, die Konsumenten unter dem Begriff Rohhonig erwarten, ohne dass „Rohhonig“ auf dem Etikett steht.
Ist Honig immer roh?
Honig ist ein Naturprodukt, muss aber für die Gewinnung und Abfüllung verarbeitet werden. Waben werden entdeckelt, Honig wird geschleudert, gesiebt, gelagert und abgefüllt. Kristallisierter Honig kann außerdem schonend erwärmt werden, damit er wieder verarbeitbar wird.
Entscheidend ist daher weniger die Frage, ob überhaupt verarbeitet wurde, sondern wie schonend die Verarbeitung erfolgt.
Ist Rohhonig gefährlich?
Die Bezeichnung „Rohhonig“ macht Honig nicht zu einer eigenen Lebensmittelkategorie mit besonderen Sicherheitsmerkmalen. Eine wichtige allgemeine Empfehlung gilt jedoch für jeden Honig: Säuglinge im ersten Lebensjahr sollen keinen Honig erhalten.
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Honigbienen verschwinden im Winter nicht und halten auch keinen Winterschlaf. Das gesamte Bienenvolk bleibt im Stock und hat eine erstaunliche Strategie entwickelt, um kalte Monate gemeinsam zu überstehen.
Wo leben Bienen im Winter?
Honigbienen bleiben während des Winters in ihrem Bienenstock. Anders als viele einzeln lebende Insekten überwintert bei der Honigbiene ein ganzes Volk gemeinsam.
Was machen Bienen im Winter?
Bei niedrigen Temperaturen ziehen sich die Bienen zu einer sogenannten Wintertraube zusammen. Die Tiere sitzen dicht beieinander und erzeugen durch Muskelarbeit Wärme. Die Positionen innerhalb der Traube wechseln, sodass nicht immer dieselben Bienen am kühleren Rand sitzen.
Was fressen Bienen im Winter?
Die Bienen leben von ihren eingelagerten Vorräten beziehungsweise dem Futter, das ihnen nach der Honigernte vom Imker zur Verfügung gestellt wurde. Während sich die Wintertraube langsam durch den Stock bewegt, erreicht sie immer wieder neue Futterbereiche.
Fliegen Bienen auch im Winter?
Bei niedrigen Temperaturen verlassen Honigbienen den Stock normalerweise nicht. An ausreichend milden Wintertagen können sie jedoch zu sogenannten Reinigungsflügen ausfliegen. Dabei entleeren sie ihren Darm außerhalb des Bienenstocks.
Wo ist die Bienenkönigin im Winter?
Auch die Königin überwintert gemeinsam mit dem Volk. Sie befindet sich gut geschützt im Bereich der Wintertraube. Die Bruttätigkeit ist im Winter stark reduziert beziehungsweise zeitweise unterbrochen und nimmt mit dem Fortschreiten des Jahres wieder zu.
Wie hilft der Imker den Bienen durch den Winter?
Die entscheidende Arbeit dafür findet bereits im Spätsommer und Herbst statt. Der Imker sorgt für ausreichende Futtervorräte, gesunde Winterbienen und eine wirksame Kontrolle der Varroamilbe. Während des Winters selbst werden die Bienenvölker möglichst wenig gestört.
Honig besteht aus Zucker (vor allem Glukose und Fruktose) und Wasser. Bei Phasentrennung (=Entmischung) kristallisiert die weniger lösliche Glukose aus, bildet feste Kristalle und trennt sich vom sirupartigen Fruchtzuckergemisch (obere Schicht: mehr Fruktose und Wasser; untere Schicht: mehr Glukose).
Temperatur, Wassergehalt und Pollenzusatz beeinflussen Geschwindigkeit und Struktur der Kristallbildung. Am ehesten kommt dieser Vorgang bei Cremehonigen vor, die im Einzelhandel nicht optimal temperiert stehen. Sofern der Imker auf niedrigen Wassergehalt im Honig geachtet hat, hat dieses Phänomen in der Regel keinen großen Einfluss auf Haltbarkeit. Beim Kauf direkt beim Imker könnte so ein Glas auf eine lange und nicht ideale Lagerung oder unzureichendes Rühren hindeuten.
Ältere Waben wirken oft deutlich dunkler als frisch gebaute, fast weiße Waben. Mit jeder Brutgeneration verbleiben winzige Kokonreste in den Zellen, die das Wachs nach und nach bräunen. Auch eingetragener Pollen und Propolis tragen zur Farbvertiefung bei. Die dunkle Färbung ist also ein natürlicher Alterungsprozess.
ImkerInnen tauschen solche Waben regelmäßig aus, um die Hygiene im Bienenvolk zu verbessern und Krankheiten vorzubeugen, denn bestimmte Erreger, etwa Sporen von Bakterien oder Pilze, können sich im Wachs halten.
Die Varroamilbe ist einer der gefährlichsten Schädlinge für Honigbienen. Die häufiger sichbare, weibliche Milbe ist ein dunkel rotbrauner, ovaler und flacher Parasit, der nur wenige Millimeter misst und damit kaum größer als ein Stecknadelkopf ist. Sie besitzt vier Beinpaare und haftet mit fest am Bienenkörper, wodurch sie schwer zu entfernen ist.
Als Parasit schwächt sie einzelne Tiere, überträgt Viren und kann ganze Völker zum Zusammenbruch bringen. Besonders gefährlich ist dabei der Flügeldeformationsvirus, der missgebildete Flügel verursacht und junge Bienen flugunfähig macht. Imkerinnen und Imker müssen ihre Völker daher regelmäßig kontrollieren und gezielt behandeln. Nachhaltige Bekämpfungsmaßnahmen und frühe Erkennung sind entscheidend, um die Bienen zu schützen.
Honig besteht überwiegend aus verschiedenen Zuckerarten und Wasser. Daneben enthält er zahlreiche weitere Bestandteile in deutlich geringeren Mengen. Seine genaue Zusammensetzung unterscheidet sich je nach botanischer Herkunft, Standort, Witterung und Honigsorte.
Aus was besteht Honig?
Den größten Anteil bilden die Zuckerarten Fruktose und Glukose. Hinzu kommen Wasser sowie kleinere Mengen weiterer Zucker, organischer Säuren, Enzyme, Aminosäuren, Mineralstoffe, Aroma- und Pflanzenbestandteile sowie Pollen.
Gerade das Verhältnis der verschiedenen Zuckerarten beeinflusst unter anderem Geschmack, Süße und die Geschwindigkeit, mit der ein Honig kristallisiert.
Wie viel Zucker hat Honig?
Honig besteht typischerweise zu ungefähr vier Fünfteln aus verschiedenen Zuckerarten. Dabei handelt es sich überwiegend um Fruktose und Glukose. Der genaue Anteil ist von Honig zu Honig unterschiedlich.
Dass Honig ein Naturprodukt ist, ändert somit nichts daran, dass er ernährungsphysiologisch ein zuckerreiches Lebensmittel ist und entsprechend genossen werden sollte.
Woher kommt der Zucker im Honig?
Die Zucker im Honig stammen nicht aus einer nachträglichen Zugabe von Haushaltszucker. Bei Blütenhonig bringen die Bienen sie mit dem gesammelten Nektar in den Stock. Bei Honigtauhonig stammt der Ausgangsstoff aus zuckerhaltigem Honigtau auf Pflanzen.
Die Bienen verändern den gesammelten Rohstoff enzymatisch und entziehen ihm Wasser, bis daraus reifer Honig entsteht.
Welche Inhaltsstoffe hat Honig außer Zucker?
Neben Zucker und Wasser enthält Honig zahlreiche Stoffe in kleinen Konzentrationen. Dazu gehören unter anderem organische Säuren, Enzyme, Aminosäuren, Mineralstoffe, Duft- und Aromastoffe sowie pflanzliche Bestandteile.
Welche und wie viele dieser Stoffe enthalten sind, hängt stark von der jeweiligen Honigsorte ab.
Hat Honig Vitamine?
Honig besteht hauptsächlich aus verschiedenen Zuckerarten und Wasser. Er sollte daher nicht als Vitaminquelle betrachtet oder beworben werden. Seine charakteristischen Eigenschaften entstehen vielmehr aus seiner natürlichen Zusammensetzung und seiner jeweiligen botanischen Herkunft.
Ist fester Honig anders zusammengesetzt als flüssiger Honig?
Die feste oder flüssige Konsistenz sagt grundsätzlich nichts darüber aus, ob ein Honig hochwertiger oder „gesünder“ ist. Beim Kristallisieren verändert sich vor allem die physikalische Struktur: Ein Teil der Glukose bildet Kristalle. Die natürliche Kristallisation gehört bei vielen Honigen zum normalen Verhalten des Produkts.


