Wenn flüssiger Honig nach einiger Zeit fest, körnig oder cremig wird, ist das normalerweise kein Qualitätsmangel. Im Gegenteil: Kristallisation ist ein natürlicher Vorgang bei echtem Honig. Wie schnell sie einsetzt, hängt vor allem von der Zusammensetzung und der Lagerung des Honigs ab.
Warum kristallisiert Honig?
Honig enthält verschiedene Zuckerarten, vor allem Fruktose und Glukose. Glukose ist in Wasser weniger gut löslich als Fruktose und kann deshalb mit der Zeit Kristalle bilden.
Je mehr Glukose ein Honig im Verhältnis zu seinem Wassergehalt enthält, desto eher beginnt er gewöhnlich zu kristallisieren.
Wann kristallisiert Honig?
Dafür gibt es keine einheitliche Zeitspanne. Manche Honigsorten beginnen bereits relativ kurze Zeit nach der Ernte zu kristallisieren, andere bleiben viele Monate oder sogar länger flüssig.
Auch Lagertemperatur und vorhandene Kristallisationskeime beeinflussen den Vorgang.
Warum wird mancher Honig schnell fest und anderer nicht?
Entscheidend ist vor allem die natürliche Zuckerzusammensetzung. Honige mit vergleichsweise hohem Glukoseanteil kristallisieren meist schneller. Honige mit einem hohen Fruktoseanteil können dagegen wesentlich länger flüssig bleiben.
Eine lange flüssige Konsistenz ist deshalb genauso wenig automatisch ein Qualitätsmerkmal wie eine schnelle Kristallisation ein Qualitätsfehler ist.
Ist kristallisierter Honig noch gut?
Ja. Kristallisation allein ist kein Anzeichen für Verderb. Der Honig verändert dabei in erster Linie seine physikalische Struktur und wird fester.
Honig ist fest geworden – was tun?
Wer flüssigen Honig bevorzugt, kann kristallisierten Honig vorsichtig erwärmen. Dafür eignet sich beispielsweise ein warmes Wasserbad. Starke und unnötig lange Erwärmung sollte vermieden werden, weil Honig temperaturempfindliche Bestandteile enthält.
Wie wird Honig wieder flüssig?
Mit schonender Wärme lösen sich die Zuckerkristalle allmählich wieder auf. Je gröber und stärker ein Honig bereits kristallisiert ist, desto länger dauert dieser Vorgang.
Warum wird Honig gerührt?
Beim Cremehonig wird die ohnehin natürliche Kristallisation gezielt gesteuert. Während der Kristallisationsphase wird der Honig regelmäßig gerührt. Dadurch werden entstehende Kristalle fein verteilt und es entwickelt sich eine gleichmäßige, cremige Konsistenz.
Kristallisation und Haltbarkeit sind zwei verschiedene Themen. Wie Sie erkennen können, ob Honig tatsächlich verdorben ist, erklären wir in unserem Beitrag über die Haltbarkeit von Honig.


