Das Weinviertel erlebt derzeit einen Sommer der Extreme. Bereits im ersten Halbjahr fiel in der Region stellenweise 30 bis 50 Prozent weniger Niederschlag als im langjährigen Durchschnitt. Der außergewöhnlich heiße und trockene Juli hat die Situation weiter verschärft. Die anhaltende Trockenheit hinterlässt auch in der Imkerei deutliche Spuren. Viele Pflanzen beenden ihre Blüte früher oder können kaum noch Nektar liefern. Damit fehlt den Bienenvölkern eine wichtige Nahrungsquelle – und für die Imkereien fallen die Honigernten teilweise deutlich geringer aus.
Gleichzeitig werden die Arbeiten an den Bienenvölkern zur körperlichen Belastungsprobe. Schutzkleidung, schwere Honigräume und intensive Sonneneinstrahlung machen jede Kontrolle an den Bienenständen anstrengend. Viele Arbeiten müssen deshalb auf die frühen Morgenstunden oder in die Nacht verlegt oder auf das unbedingt notwendige Maß beschränkt werden.
Doch die Hitze verursacht nicht nur Ertragseinbußen. Sie kann auch unmittelbare Schäden in den Bienenstöcken anrichten. Bienenwachs verliert bei steigenden Temperaturen erheblich an Stabilität. Besonders große, schwere und mit Honig gefüllte Waben können dadurch abreißen – wie die Bilder zu diesem Beitrag eindrucksvoll zeigen. Auch die sogenannten **Bienenbärte** vor den Fluglöchern sind derzeit häufig zu beobachten. Dabei verlassen zahlreiche Bienen vorübergehend den Stock und sammeln sich außen an der Beute. Das ist kein Schwarm, sondern Teil ihrer ausgeklügelten Klimatisierung: Im Inneren entsteht mehr Platz für Luftzirkulation, während andere Arbeiterinnen Wasser eintragen und durch Fächeln für Verdunstungskühlung sorgen. Bienen können ihre Stocktemperatur erstaunlich gut regulieren. Doch auch ihre Möglichkeiten sind nicht unbegrenzt. Die aktuellen Bilder zeigen mehr als ein außergewöhnliches Naturschauspiel: Sie machen deutlich, wie sehr die extreme Hitze inzwischen Bienen, Landschaft und Imkereien im Weinviertel belastet.




